NFL-Wettarten erklärt: alle Wettarten im Überblick

Updated Oktober 2026
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Übersicht der wichtigsten NFL-Wettarten mit Moneyline, Point Spread und Over/Under in einer Quotenansicht

Welche Wettarten es bei NFL-Spielen gibt

Als ich vor elf Jahren angefangen habe, NFL-Linien auszuwerten, habe ich denselben Fehler gemacht wie fast jeder Einsteiger aus der Fußballecke: Ich habe nach der Wette auf den Sieger gesucht und mich gewundert, warum die Quote auf das klar bessere Team bei 1,30 klebte. Heute weiß ich, dass genau dieser Reflex der Grund ist, warum so viele beim American Football früh Geld verbrennen. Die NFL hat ihren eigenen Wettmarkt, und der dreht sich nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um Punkte.

Stell dir die NFL-Wettarten als zwei große Lager vor. Auf der einen Seite stehen die Marktwetten, also Moneyline, Point Spread und Over/Under. Das sind die drei Linien, die der Buchmacher zu jedem einzelnen Spiel stellt, und sie machen den Löwenanteil des gehandelten Volumens aus. Auf der anderen Seite liegen die Spezialwetten: Player Props, also Wetten auf einzelne Spielerleistungen, Parlays als Kombination mehrerer Tipps, dazu Live-Wetten während des Spiels und Langzeitwetten auf den Saisonausgang. Wer diese Karte im Kopf hat, verläuft sich im Wettschein nicht mehr.

Der entscheidende Unterschied zur Bundesliga steckt im Spread. Im Fußball regiert die Dreiweg-Wette mit Sieg, Unentschieden und Niederlage, weil ein 1:0 schon ein ganzes Spiel entscheidet. In der NFL fallen pro Partie im Schnitt über vierzig Punkte, ein Unentschieden ist praktisch ausgeschlossen, und genau deshalb gleicht der Buchmacher Favorit und Außenseiter über ein Punkte-Handicap aus, statt nur drei Ausgänge anzubieten. Der Spread ist das Herz dieses Marktes, alles andere ordnet sich darum herum.

Wie verbreitet das Wetten mit festen Quoten in Deutschland überhaupt ist, lässt sich beziffern: Bei Männern liegt die Zwölf-Monats-Prävalenz für klassische Festquotenwetten bei 4,2 Prozent, für Live-Wetten bei 1,9 Prozent, bei Frauen deutlich darunter. NFL-Wetten sind also keine Massenbewegung, sondern ein spezialisiertes Feld mit einer überschaubaren, aber wachsenden Gruppe. Genau das macht sauberes Grundwissen über die Wettarten so wertvoll. In den nächsten Abschnitten gehe ich jede einzelne durch, vom einfachsten Sieg-Tipp bis zur exotischen Kombiwette, und sage dir bei jeder ehrlich, wann sie taugt und wann nicht.

Moneyline: die reine Siegwette

Die Moneyline ist die ehrlichste Wette im ganzen NFL-Markt, weil sie keine Geschichten erzählt: Du tippst schlicht, welches Team gewinnt. Kein Handicap, keine Punktevorgabe, kein Trick. Und trotzdem ist sie für viele die teuerste Lektion, weil der Preis des Favoriten brutal ehrlich ist.

Funktionieren tut sie so. Die Moneyline ist die Wette auf den reinen Spielsieger, unabhängig vom Abstand. Gewinnt dein Team mit einem Punkt oder mit dreißig, spielt für die Auszahlung keine Rolle. Im amerikanischen Format erkennst du den Favoriten am Minuszeichen, den Außenseiter am Plus. Eine Linie von minus 200 auf den Favoriten bedeutet, du musst 200 setzen, um 100 zu gewinnen. Plus 170 auf den Underdog heißt, 100 Einsatz bringen dir 170 Gewinn. In der bei deutschen Anbietern üblichen Dezimalquote sind das grob 1,50 für den Favoriten und 2,70 für den Außenseiter.

Moneyline-Wette auf den reinen Sieger eines NFL-Spiels mit Favorit und Außenseiter

Und hier liegt der Haken, an dem die meisten hängenbleiben. Ein klarer Favorit, sagen wir ein Team, das in zehn von zehn Fällen siegen würde, bekommt eine Quote von 1,30 oder schlechter. Setzt du dort zehn Euro, gewinnst du drei. Verlierst du einmal, sind die Gewinne aus drei vorherigen Tipps weg. Die Moneyline bestraft dich also nicht für falsche Tipps, sie bestraft dich für teure richtige Tipps. Deshalb sage ich jedem, der bei mir nachfragt: Auf große Favoriten ist die Moneyline selten Value, sie frisst deine Bankroll in Raten.

Wo sie dagegen glänzt, ist der knappe Außenseiter. Wenn zwei Teams ungefähr auf Augenhöhe spielen und du gute Gründe hast, dem leichten Underdog den Sieg zuzutrauen, bekommst du eine Quote um die 2,00 für ein Coinflip-Spiel. Das ist genau die Situation, in der die reine Siegwette Sinn ergibt. Auch in der Schlussphase enger Partien, wenn du live einsteigst, kann die Moneyline ein sauberes Werkzeug sein. Mein Rat aus elf Jahren: Behandle die Moneyline wie ein Skalpell, nicht wie einen Hammer. Sie ist nichts für jedes Spiel, sondern für die wenigen, in denen der Preis stimmt.

Point Spread: Wetten mit Handicap

Wenn mir jemand sagt, NFL-Wetten seien kompliziert, frage ich zurück, ob er den Spread verstanden hat. In neun von zehn Fällen ist das das eigentliche Problem, und sobald der Groschen fällt, wird der Rest leicht. Der Point Spread ist die wichtigste Wettart der Liga, und er ist gleichzeitig die, an der die meisten zuerst scheitern, weil sie ihn falsch lesen.

Der Spread ist ein Punkte-Handicap, das Favorit und Außenseiter rechnerisch auf Augenhöhe bringt. Der Buchmacher zwingt dem Favoriten einen Abzug auf, den Außenseiter bekommt diese Punkte gutgeschrieben. Steht ein Team bei minus 6,5, muss es mit mindestens sieben Punkten gewinnen, damit deine Wette aufgeht, das nennt man covern. Der Außenseiter bei plus 6,5 deckt den Spread, wenn er gewinnt oder mit höchstens sechs Punkten verliert. Du wettest also nicht auf den Sieger, sondern darauf, ob das Ergebnis den vorgegebenen Abstand schlägt.

Point Spread als Punkte-Handicap zwischen Favorit und Außenseiter im American Football

Ein konkretes Beispiel, wie ich es jedem am Küchentisch erkläre. Team A ist Favorit mit minus 3, Team B Außenseiter mit plus 3. Endet das Spiel 24:20, hat Team A mit vier Punkten gewonnen, der Abstand ist größer als drei, Team A covert. Endet es 23:21, gewinnt Team A nur mit zwei, der Spread von drei wird nicht geschlagen, jetzt covert Team B trotz Niederlage. Und wenn es exakt 23:20 ausgeht, also genau drei Punkte Differenz, liegt ein Push vor: Der Einsatz wird zurückgezahlt, niemand gewinnt. Deshalb siehst du Linien oft mit einer halben Zahl, etwa minus 3,5, die sogenannte Hook. Sie schließt den Push aus und zwingt eine Entscheidung.

Die typische Quote auf beide Seiten eines Spreads liegt um 1,91, im amerikanischen Format minus 110. Das bedeutet, du legst 110, um 100 zu gewinnen, und die Differenz ist die Marge des Buchmachers. Genau hier wird es für ernsthafte Wetter interessant, denn die wenigen Standardzahlen im Football, vor allem die 3 und die 7, machen bestimmte Spreads wertvoller als andere. Wie sehr ein halber Punkt rund um diese Schlüsselzahlen den Ausgang kippen kann und worauf man beim Lesen einer Linie wirklich achten muss, habe ich in einem eigenen tieferen Leitfaden zu Point-Spread-Wetten auseinandergenommen. Für den Überblick reicht: Der Spread ist die Wette, mit der du jedes NFL-Spiel zu einem fairen Münzwurf machst, und genau das macht ihn zum Standard.

Over/Under: auf die Gesamtpunkte tippen

Es gibt einen Abend, an dem ich gelernt habe, warum Totals süchtig machen können. Mein getipptes Team lag mit zwanzig Punkten hinten, das Spiel war längst entschieden, und trotzdem saß ich auf der Stuhlkante, weil noch zwei Touchdowns fehlten, damit mein Over aufging. Genau das ist der Reiz von Over/Under: Es ist dir völlig egal, wer gewinnt.

Bei der Over/Under-Wette, auch Total genannt, setzt du auf die Summe der Punkte beider Teams. Der Buchmacher stellt eine Linie, zum Beispiel 47,5, und du entscheidest nur, ob am Ende mehr oder weniger Punkte auf der Anzeigetafel stehen. Fallen zusammen 48 oder mehr, gewinnt das Over. Sind es 47 oder weniger, gewinnt das Under. Die halbe Zahl sorgt wie beim Spread dafür, dass es keinen Push gibt. Weil in der NFL pro Partie im Schnitt deutlich über vierzig Punkte fallen, ist dieser Markt prall gefüllt und liquide.

Over/Under-Wette auf die Gesamtpunkte beider Teams in einem NFL-Spiel

Was eine Total nach oben oder unten treibt, ist handwerklich gut greifbar, und genau deshalb mag ich diese Wette. Zwei Offensiven mit hohem Tempo, die schnell spielen und viele Drives produzieren, schieben die Linie nach oben. Starke Defensiven, ein verletzter Quarterback oder schlechtes Wetter drücken sie. Wind ab etwa 25 km/h killt das Passspiel und damit die Punkte, Regen und Kälte tun ihr Übriges. Auch das Spieltempo zählt: Ein Team, das gern die Uhr runterlaufen lässt, sorgt für weniger Angriffe und damit für weniger Gelegenheiten zu punkten.

In der Praxis ist Over/Under die Wette, mit der ich Einsteigern den Einstieg empfehle, sobald sie ein Spiel inhaltlich lesen können. Du brauchst keine Meinung zum Sieger, du brauchst eine Meinung zum Spielcharakter. Wird das ein offener Schlagabtausch oder ein zäher Grabenkampf? Diese Frage kannst du oft schon vor dem Anpfiff fundiert beantworten, wenn du Tempo, Verletzungen und Wetterbericht zusammenbringst. Und im Gegensatz zur Moneyline bist du nicht an den Spielausgang gefesselt, was die Wette gerade in einseitigen Partien spannend bis zur letzten Sekunde hält.

Player Props und Spezialwetten

Die erste Prop-Wette, die ich je gespielt habe, war auf die Receiving Yards eines Tight Ends, von dem die halbe Liga noch nie gehört hatte. Sie ging auf, und für einen kurzen Moment fühlte ich mich wie ein Genie. Dann habe ich verstanden, warum Props gleichzeitig das spannendste und das gefährlichste Feld im NFL-Wetten sind.

Player Props sind Wetten auf die Einzelleistung eines bestimmten Spielers, losgelöst vom Spielausgang. Du tippst etwa, ob ein Quarterback über oder unter 274,5 Passing Yards bleibt, ob ein Runningback mehr als 0,5 Touchdowns erzielt, also überhaupt einen, oder wie viele Catches ein Receiver macht. Daneben gibt es Game Props, die sich auf das Spiel als Ganzes beziehen statt auf eine Person: das erste punktende Team, die Methode des ersten Scores, ob beide Teams in der ersten Halbzeit punkten. Der Unterschied ist simpel: Player Props drehen sich um einen Namen, Game Props um ein Ereignis.

Player Props auf einzelne Spielerleistungen wie die Passing Yards eines NFL-Quarterbacks

Warum ich Props mit Respekt behandle, hat einen handfesten Grund. Die Linien sind hier dünner gehandelt als bei den drei Marktwetten, die Margen oft fetter, und ein einziger Spielzug kann deine Wette zerlegen. Ein Receiver, der bei zwei fehlenden Yards verletzt vom Feld geht, oder ein Runningback, der in der Red Zone überraschend auf der Bank sitzt, kostet dich den ganzen Tipp. Dafür liegt im Prop-Markt auch das meiste unentdeckte Value, weil der Buchmacher nicht jede einzelne Linie so präzise stellen kann wie den Hauptspread.

Mein Zugang nach all den Jahren: Props sind kein Bauchgefühl-Spielplatz, sondern ein Rechercheinstrument. Wer sich in Matchups einarbeitet, etwa welcher Cornerback gegen welchen Receiver verteidigt oder wie eine Defense gegen den Lauf steht, findet hier echte Kanten. Wer dagegen einfach den Star-Quarterback über seine Yards-Linie tippt, weil der Name groß ist, bezahlt die Marge des Buchmachers ohne Gegenwert. Spezialwetten belohnen Arbeit und bestrafen Faulheit härter als jede andere Wettart.

Parlays und Kombiwetten

Jeder kennt die Geschichte vom Kollegen, der aus fünf Euro vierhundert gemacht hat, weil sein Zehner-Parlay durchlief. Was niemand erzählt, sind die hundert verlorenen Zehner davor. Parlays sind die Wettart, bei der die Mathematik am gnadenlosesten gegen dich arbeitet und die Werbung am lautesten für sie.

Ein Parlay, auf Deutsch Kombiwette, bündelt mehrere einzelne Tipps in einen Schein. Du multiplizierst die Quoten, was den möglichen Gewinn schnell explodieren lässt, aber jede einzelne Auswahl muss aufgehen. Drei Spreads zu je 1,91 kombiniert ergeben eine Gesamtquote von rund 6,96, aus zehn Euro werden also fast siebzig. Klingt traumhaft, bis du verstehst, wie unwahrscheinlich es ist, dreimal hintereinander auf der richtigen Seite einer Münze zu landen.

Die unbequeme Wahrheit ist, dass jede zusätzliche Auswahl die Marge des Buchmachers ein weiteres Mal in deine Quote einrechnet. Was bei einer Einzelwette ein kleiner Aufschlag ist, wird beim Parlay zum kumulierten Nachteil. Deshalb lieben Anbieter Kombiwetten und bewerben sie mit großen Zahlen: Sie sind für das Haus deutlich profitabler als saubere Einzeltipps. Wer langfristig mit Parlays gegen die Bank gewinnen will, kämpft gegen einen mathematischen Gegenwind, der mit jeder Auswahl stärker wird.

Heißt das, Finger weg? Nein, aber mit Augenmaß. Ein kleiner Einsatz auf ein Parlay am Super-Bowl-Sonntag, der den Abend würzt, ist Unterhaltung, und so sollte man ihn auch verbuchen. Als Kern einer Strategie zum Geldverdienen taugt die Kombiwette nicht. Spannend wird es nur bei korrelierten Parlays, etwa wenn das Over einer Total und der Sieg des favorisierten Teams sich logisch verstärken, weil viele Punkte oft vom stärkeren Team kommen. Solche Zusammenhänge sind die einzige Ecke des Parlay-Markts, in der ich überhaupt nach Value suche.

Live-Wetten und Langzeitwetten

Die gefährlichste Frage, die ich mir je gestellt habe, lautete: Warum nicht jetzt schnell noch eine Live-Wette? Es war zweite Halbzeit, ich lag knapp hinten und wollte das Ergebnis drehen. Genau dieser Impuls ist der Grund, warum ich Live-Wetten heute mit doppelter Vorsicht behandle und warum die Forschung sie zu den riskantesten Spielformen zählt.

Live-Wetten platzierst du während des laufenden Spiels, auf sich ständig verändernde Quoten. Fällt ein Touchdown, springt die Linie, und du kannst auf den nächsten Drive, das Ergebnis des Viertels oder den Endstand setzen, während das Geschehen läuft. Langzeitwetten, auch Futures genannt, funktionieren genau umgekehrt: Du tippst lange vor der Entscheidung auf ein Saisonereignis, etwa den Division-Sieger, den Einzug in die Playoffs oder, als Königsdisziplin, den Super-Bowl-Champion. Hier liegt dein Geld womöglich Monate fest, dafür sind die Quoten oft fett.

Live-Wetten während eines laufenden NFL-Spiels auf dem Smartphone mit wechselnden Quoten

Bei Live-Wetten ist der Reiz auch das Risiko. Der Bremer Glücksspielforscher Gerhard Meyer hat das auf einen Punkt gebracht, der mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht: Riskant wird eine Spielform vor allem durch eine hohe Ereignisfrequenz, also durch die kurze Spanne zwischen Einsatz und Ergebnis. Genau das ist Live-Wetten in Reinform, eine Wette jagt die nächste. Die Zahlen dazu sind deutlich. Unter Menschen, die live wetten, liegt der Anteil mit einer Glücksspielstörung bei 29,7 Prozent, das ist der dritthöchste Wert über alle Spielformen hinweg, nur Geldspielautomaten liegen noch davor. Das ist kein Argument gegen Live-Wetten an sich, aber ein sehr ernstes Argument für Tempo-Disziplin.

Langzeitwetten sind das ruhige Gegenteil und für mich oft die unterschätzteste Wettart. Wer früh in der Saison eine Meinung hat, etwa dass ein bestimmtes Team unterbewertet in die Playoffs zieht, bekommt Quoten, die später nie wieder kommen. Der Preis dafür ist Geduld und gebundenes Kapital. Mein Ansatz: Live-Wetten nur mit vorher festgelegtem Plan und festem Limit, Langzeitwetten als kleine, früh platzierte Positionen, die man dann liegen lässt. Beide Extreme der Zeitachse haben ihren Platz, solange man weiß, welches Temperament sie verlangen.

Welche Wettart passt zu welchem Wett-Typ?

Nach all den Erklärungen kommt die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Womit soll ich anfangen? Meine Antwort hat sich über elf Jahre kaum verändert, denn sie hängt weniger vom Spiel ab als von dir selbst. Die beste Wettart ist die, die zu deinem Temperament und deinem Wissensstand passt.

Wenn du neu bist und ein Spiel noch nicht im Detail liest, fang mit Over/Under an. Du musst dir keine Meinung zum Sieger bilden, nur zum Charakter des Spiels, und das ist greifbarer, als viele denken. Sobald du dich mit Favorit und Außenseiter wohlfühlst, ist der Point Spread der natürliche nächste Schritt, weil er das Standardprodukt der Liga ist und die meiste öffentliche Analyse darauf zielt. Die Moneyline hältst du dir für die wenigen Spiele bereit, in denen ein knapper Außenseiter eine faire Siegchance hat. Props und Parlays sind die Kür, nichts für den Einstieg.

Auswahl der passenden NFL-Wettart je nach Erfahrung und Temperament des Wetters

Der entscheidende Filter ist deine Geduld. Bist du jemand, der ein Spiel ruhig von vorn bis hinten verfolgt und vorher recherchiert, liegt dein Geld bei Spread, Total und gut vorbereiteten Props am besten. Reizt dich dagegen die Action, der schnelle Nervenkitzel, dann ist Live-Wetten dein Magnet, und genau dann brauchst du die härtesten Regeln gegen dich selbst. Das ist keine Theorie. Die NFL ist in Deutschland mit 20,9 Millionen Fans in der Saison 2025 längst Mainstream geworden, und mit dem Hype kommen viele Menschen zum Wetten, die den Sport lieben, aber den Markt nicht kennen. Für genau die ist die Reihenfolge wichtiger als der einzelne Tipp.

Mein praktischer Rat: Wähle eine Wettart, lerne sie über mehrere Wochen wirklich, und erweitere erst dann. Wer am ersten Wochenende Moneyline, Spread, Props und ein Parlay gleichzeitig spielt, lernt aus keiner davon etwas, weil er nie sieht, woran ein Tipp gewonnen oder verloren hat. Spezialisierung schlägt Streuung, gerade am Anfang.

Was NFL-Wetten von Fußballwetten unterscheidet

Ich habe einmal versucht, einem eingefleischten Fußballwetter den Spread zu erklären, und er hat mich angeschaut, als hätte ich ein Naturgesetz geleugnet. Für ihn war eine Wette ohne Unentschieden-Option keine richtige Wette. Genau an dieser Stelle trennen sich die beiden Welten, und der Unterschied ist größer, als die meisten ahnen.

Der offensichtlichste Bruch ist die fehlende Dreiweg-Wette. Im Fußball wettest du auf Sieg, Unentschieden oder Niederlage, weil ein einziges Tor ein Spiel kippt und Remis ein realer, häufiger Ausgang ist. In der NFL gibt es praktisch kein Unentschieden, dafür fallen pro Partie über vierzig Punkte. Deshalb existiert die Dreiweg-Wette hier gar nicht, an ihre Stelle tritt der Spread mit seinem Punkte-Handicap. Wer das nicht verinnerlicht, sucht im NFL-Wettschein nach einer Tür, die es nicht gibt.

Auch das Tempo der Information ist anders. Fußball ist fließend und schwer in Einzelereignisse zu zerlegen, American Football besteht aus klar abgegrenzten Spielzügen mit messbaren Ergebnissen. Das macht die NFL zu einem Paradies für datengetriebene Wetter, weil sich jeder Down, jede Yard und jeder Drive quantifizieren lässt. Genau deshalb haben sich rund um die NFL Analysemodelle etabliert, die im Fußball so nicht funktionieren würden. Der Markt belohnt hier präzise Zahlenarbeit stärker als Intuition.

Und schließlich ist da die Zielgruppe. American Football zieht in Deutschland ein auffallend junges, männliches Publikum an, in der Regular Season 2025 erreichte die NFL bei den 14- bis 29-jährigen Männern Marktanteile von bis zu 29,1 Prozent. Das ist eine Generation, die mit Live-Streams, Fantasy Football und Datenportalen aufgewachsen ist und entsprechend analytisch an Wetten herangeht. Wer aus dem Fußball kommt, sollte die NFL also nicht als Variante des Bekannten behandeln, sondern als eigenen Markt mit eigener Logik, eigener Mathematik und eigenem Publikum.

Womit du anfangen solltest, wenn du die Wettarten kennst

Wenn du bis hierher gelesen hast, hast du mehr Struktur im Kopf als die meisten, die am Wochenende ihren ersten NFL-Schein ausfüllen. Du kennst jetzt die Zweiteilung in Marktwetten und Spezialwetten, du weißt, warum der Spread und nicht die Siegwette das Zentrum der Liga ist, und du verstehst, dass jede Wettart ein anderes Temperament und ein anderes Maß an Vorbereitung verlangt.

Mein Rat für die ersten Wochen ist unspektakulär, aber er hält: Beschränke dich auf eine, höchstens zwei Wettarten, und lerne sie wirklich. Over/Under und Point Spread sind die solidesten Startpunkte, weil sie liquide sind, fair bepreist und inhaltlich lernbar. Die Moneyline bewahrst du dir für die wenigen knappen Außenseiter, Props und Parlays bleiben die Kür für später. Live-Wetten verdienen den meisten Respekt, weil ihr Tempo dich am leichtesten aus dem Plan reißt.

Am Ende ist die Wahl der Wettart keine Geschmacksfrage, sondern der erste echte strategische Entscheid jedes NFL-Wetters. Wer ihn bewusst trifft, statt einfach dem auffälligsten Angebot zu folgen, hat den größten Anfängerfehler schon vermieden, bevor der erste Euro liegt.

Häufige Fragen zu NFL-Wettarten

Gibt es bei NFL-Wetten eine Unentschieden-Option wie die Dreiweg-Wette?

Nein, und das ist einer der größten Unterschiede zum Fußball. In der NFL ist ein echtes Unentschieden extrem selten, weil pro Spiel im Schnitt über vierzig Punkte fallen und Overtime die meisten Gleichstände auflöst. Deshalb bieten Buchmacher keine klassische Dreiweg-Wette an. An ihre Stelle tritt der Point Spread, der Favorit und Außenseiter über ein Punkte-Handicap ausgleicht. Bei der Moneyline tippst du nur auf den Sieger ohne dritte Option. Trifft eine Wette genau die Spread-Zahl, gibt es einen Push, dann bekommst du deinen Einsatz zurück, das ist aber kein Unentschieden im Fußballsinn, sondern ein neutraler Ausgang der Wette selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Game Props und Player Props?

Beide gehören zu den Spezialwetten, zielen aber auf Verschiedenes. Player Props drehen sich um die Leistung einer einzelnen Person, etwa ob ein Quarterback eine bestimmte Zahl an Passing Yards überschreitet oder ein Runningback einen Touchdown erzielt. Game Props beziehen sich auf das Spiel als Ganzes, ohne dass ein bestimmter Name im Mittelpunkt steht: welches Team zuerst punktet, ob in der ersten Halbzeit beide Teams scoren oder wie der erste Score zustande kommt. Faustregel: Steckt ein Spielername in der Wette, ist es ein Player Prop, geht es um ein Spielereignis, ist es ein Game Prop. Beide werden dünner gehandelt als die drei Marktwetten und verlangen mehr Recherche.

Kann ich Spread und Total in einer einzigen Wette kombinieren?

Ja, das geht über ein Parlay, also eine Kombiwette, in der du mehrere Auswahlen bündelst und die Quoten multiplizierst. Du kannst Spread und Over/Under desselben Spiels oder verschiedener Spiele zusammenfassen. Spannend wird es, wenn die Auswahlen logisch zusammenhängen, etwa wenn das Over einer Total und der Sieg des Favoriten sich verstärken, weil viele Punkte oft vom stärkeren Team kommen, das nennt man ein korreliertes Parlay. Beachte aber, dass jede zusätzliche Auswahl die Marge des Buchmachers erneut einrechnet und die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt. Als gelegentliche Unterhaltung mit kleinem Einsatz ist das in Ordnung, als Kern einer Gewinnstrategie taugt es nicht.

Erstellt von der Redaktion von „nfl Wette”.

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